"Feines Reiten in der französischen Tradition der Légèreté"
«L'Equitation
de légèreté» (Lausanne 1991) von Jean-Claude
Racinet wurde zum Anlass der Ersterscheinung als "Baucher, Dritte
Methode",
also als eine epochale Weiterentwicklung des bahnbrechendsten
Beitrages des 19. Jahrhunderts zur französischen (und in einem weiteren Sinn zur gesamten) reiterlichen Geschichte
qualifiziert.
Es handelt sich aber um weit mehr als eine auf den an
manchen Orten umstrittenen französischen Meister beschränkte Arbeit: Racinet bietet eine
Grundlagenhinterfragung der Eigentlichkeiten des französischen Reitens,
schlägt richtungsweisend vor, welche Konzepte bei La Guérinière und Baucher,
also in allem französische Reiten, zentral sind und durchleuchtet
kritisch die
in seiner Ansicht leichtfertige Doktrin der sogenannten "guériniéristischen
Klassik", auf welche sich die "deutsche" Reitweise, die über die
FEI zum Kodex geworden ist, beruft.
Eine
"wahre Schatzkiste, ein Muss für den ernsthaften Reiter", wie Pegasus
Pferdemagazin das Buch bewertet, wird der Text aber dadurch, dass diese
Fundamente von Racinet im Licht der modernen wissenschaftlichen
Forschung nun auch im Detail ins Praktische, ins Technische übersetzt werden:
Hilfengebung, Lektionenaufbau und Ausbildungsstrategie werden
bis ins Kleinste erklärt und beschrieben und somit der konkrete Weg zum Feinen
Reiten gewiesen.
Das ursprünglich für französische Reiter
geschriebene Werk musste in der Übersetzung durch einen umfangreichen
Apparat von Hinweisen und Erläuterungen komplettiert werden, um dem
deutschen Leser die tiefgehenden kulturellen und geschichtlichen
Hintergründe somancher theoretischer und
praktischer Einzelheiten durchschaubar zu machen. Zweifelsohne ist
Racinet damit das umfassendste und tiefschürfendste,
gleichzeitig aber auch das modernste, die Reiterei wirklich innovativ
konzipierende Werk über die französische équitation.
"Feines Reiten", in der Reihe documenta hippologica (Olms) erschienen,
ist im Licht des wachsenden Interesses unter deutschsprachigen und
"deutschen" Reitern, sich kritisch mit gewissen modernen
Verformungen der "klassischen" Doktrin auseinanderzusetzen und
sich anderen Reitweisen gegenüber zu öffnen, ein meisterhaftes
Lehrbuch: Es beeindruckt durch die Autorität der Aussage, denn
hier spricht ein Lehrer mit unermesslicher praktischer Erfahrung und
Tiefe der theoretischen Durchdringung des Stoffes; vor allem aber
gründet die Überzeugungskraft von Racinet nicht auf doktrinärer
Rhetorik sondern auf der Stärke der Beweisführung und der dazu
herangezogenen Fakten und Argumente. Pegasus Reitmagazin nennt das Werk "das Juwel unter den Reitlehren".
Reiter, die sich der Lektüre
dieses Buches widmen, werden finden, dass die Aneignung des Materials
und die Umsetzung in die Praxis Fragen aufwerfen, die weit über das
Technische hinaus bis in Tiefenaspekte des Kulturellen, des
Ästhetischen und Ethischen gehen. Ihnen stehe ich in der Suche, diese Dimensionen
in ihr eigenes reiterliches Denken und Tun zu integrieren, auf Anfrage
gerne mit praktischer Hilfe bzw. theoretischer Erklärung zur
Verfügung.
BAUCHER
RACINET (englisch)
RACINET (deutsch)





